Botulinumtoxin bei Hyperhidrosis (Achsel, Hände, Füße)

Die Hyperhidrose (vermehrte Schweißbildung) kann am ganzen Körper auftreten oder auf einzelne Körperteile begrenzt sein, z.B. die Achselhöhle (ca. 10%), Hände (ca. 60%) oder auch Füße (40%). Die Schweißdrüsen in diesem Gebiet sind meist ohne erkennbare Ursache überaktiv. Was übermäßigen Schweiß darstellt, ist seitens der Betroffenen vom Leidensausmaß abhängig und damit der subjektiven Einschätzung unterworfen. Die Betroffenen fühlen sich allerdings oft in ihrer sozialen Aktivität gehemmt und eingeschränkt. Botulinumtoxin hat sich heute als eine sehr zuverlässige Behandlung des lokalisierten Schwitzens etabliert.

Es wirkt hier mit ca. 6 -8 Monaten Dauer also deutlich länger als im Facebereich.

Definition und Therapie der primären Hyperhidrose

Sie erfolgt nach den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Der Jod-Stärke-Test ermöglicht eine farbliche Abgrenzung der betroffenen Körperstelle mithilfe einer speziellen Jod-Lösung: Potentiell betroffene Hautareale werden damit eingepinselt und anschließend mit Stärkepulver bestäubt. Bereiche, an denen eine übermäßige Schweißproduktion auftritt, färben sich braun.

Eine sekundäre Hyperhidrosis kann durch Fettleibigkeit bedingt sein, so dass Gewichtsverlust helfen kann.

Der Stufenplan der deutschen dermatologischen Gesellschaft sieht vor:

1. topische Therapie mit Antiperspiranzien
2. chemische Denervierung mit Botulinumtoxin A
3. chirurgische axilläre Schweißdrüsenentfernung
4. systemische Therapie mit Antihydrotica oder Psychopharmaka
5. bei Handschweiß als letzte Möglichkeit thorakale Sympathektomie

Die Anwendung von Botulinumtoxin in der Achselhöhle ist kaum schmerzhaft, an Händen und Füssen etwas mehr, weswegen vorher eine örtliche Betäubung (hochdosierte Anästhesie creme) durchgeführt wird. Echte Therapieversager sind sehr selten und können verschiedene Ursachen (Inaktivierung des Mittels durch falsche Lagerung, Zubereitung, Injektion und ähnliches) haben, welche im Einzelfall niemals sicher zu klären sind. Wir selbst haben bisher noch keinen erlebt. Botulinumtoxin wirkt nur rein lokal, kompensatorisches Schwitzen ist nur bei der thorakalen Sympathektomie (dort allerdings in bis zu 90% der Fälle) beschrieben.

Die Patienten wirken viel entspannter – sie haben keine Angst mehr vor störenden Achselflecken oder jemandem die Hand zu geben.

Mittlerweile hat auch die FDA Botulinumtoxin zum Schwitzen der Handflächen und Fußsohlen zugelassen.

Auch zu diesem Verfahren beraten wir sie gerne in unserer Praxis.