Testosteron

Androgene – Testosteron

 

Androgene sind Geschlechtshormone, die eine virilisierende, also männliche Wirkung haben.

Alle im Organismus produzierten 19-Kohlenstoff-Steroidhormone werden als Androgene bezeichnet. Davon wird nur ein kleiner Teil der Gesamtmenge von produzierten Androgenen in Testosteron oder weiter in Östrogene umgewandelt.

Das wichtigste Androgen ist das Testosteron und dessen Metabolite Dihydrotestosteron, Androstendion und Androsteron. Ein weiteres wichtiges Androgen ist das in der Nebennierenrinde gebildete Dehydroepiandrosteron (DHEA).

Testosteron wird bei der Frau im Eierstock und beim Mann im Hoden gebildet. Somit sind im weiblichen Körper ebenso weibliche wie männliche Sexualhormone vorhanden.

Testosteron wird ebenfalls im Blut mit Hilfe von speziellen Eiweißen transportiert und zu den Zielorganen gebracht. Hier dockt das Hormon an Hormonrezeptoren im Innern der Zellen an und beeinflusst die Zellaktivität.
Wirkungen von Androgenen

Das Androgen Testosteron hat vor allem eine anabole, also aufbauende Wirkung.

Diese Wirkungen sind bei Männern ausgeprägt, Frauen haben physiologischerweise niedrigere Testosteronspiegel.

Die Wirkungen werden im Folgenden aufgezählt:

–       Bedingt das Wachstum der Geschlechtsorgane und die Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale (Behaarung, Bartwuchs etc.)

–       Ist wichtig für die Hodenfunktion

–       Beeinflusst den Eiweißstoffwechsel in Richtung Aufbau

–       Stärkt die Knochenmasse, das Muskelgewebe, und die Knorpelneubildung

–       Vermindert die Körperfettproduktion

–       Erhöht die Spannung und Dicke der Haut

–       Wirkt antriebsfördernd, energetisierend

–       Verbessert die Denkfähigkeit

–       Verbessert die Stimmung

–       Regt die Bildung von Eryhtropoetin in der Niere an, so werden vermehrt rote Blutkörperchen gebildet.

–       Erhöht die Libido

–       Vermindert die Entstehung von Cellulite durch Einfluss auf den Aufbau des Bindegewebes

–       Erhöhte Werte können vermehrten Haarausfall, Akne und verstärkte Körperbehaarung auslösen
Mangel an Androgenen

Bei Frauen lässt die Eierstockaktivität mit Beginn der Wechseljahre nach, somit kommt es zur Einschränkung der Produktion der weiblichen Sexualhormone als auch zur Reduzierung der im Eierstock erzeugten männlichen Sexualhormone.
Anfangs versucht die Hypophyse die Eierstockproduktion anzuregen, daher steigt anfangs die Testosteronausschüttung. Langfristig und in Folge tritt jedoch ein Mangel an Östrogenen, Gestagenen und eben auch Testosteron.

Zeichen des Testosteronmangels können sein:

–       Unkonzentriertheit und Antriebslosigkeit

–       stark verringerte sexuelle Lust und Aktivität

–       verminderte lebenswichtige Energie und  Wohlbefinden

–        Depressionen

–       Hauttrockenheit, Hautalterung und Gesichtfalten

–       Nachlassen des Muskeltonus

–       Übermässige Fettansammlungen im Bauchbereich (ein hartnäckiger „Rettungsring“, der sich kaum durch Diät oder Sport beeinflussen lässt)

Behandlung mit Androgen

Auch hier bedarf die Behandlung mit Androgenen einer sinnvollen Indikationsstellung durch einen Arzt. Die Behandlung mit ihren Wirkungen und eventuellen Nebenwirkungen sollte genau kontrolliert werden. Es werden hier ebenfalls physiologische Hormonwerte angestrebt.

Das Testosteron kann therapeutisch  in Salbenform auf die betroffene Regionen aufgetragen oder in Zäpfchenform zugeführt werden.  Hierbei wird der Fettabbau lokal angeregt, und die Rezeptordichte wird erhöht.

Sonst kann auch eine systemische Behandlung mit Spritzen oder Tabletten erfolgen.

Es können auch Implantate eingesetzt werden die über einen längeren Zeitraum (ca. 6 Monate) gleichmäßig das Hormon freisetzen.

Bei der Frau erfolgt die Substitution von Testosteron meistens in Kombination mit Östrogenen und Gestagenen um einen möglichst natürlichen Ersatz zu erreichen.
Um die Rate an Nebenwirkungen gering zu halten, versucht man die niedrigste wirksame Dosis zu ersetzen.

Wirkungen und Nebenwirkungen der Behandlung mit Androgen

Mittels Hormonersatz mit Testosteron und weiblichen Geschlechsthormonen kann eine verbessertes Wohlbefinden erreicht werden, es ergeben sich positive Effekte auf die Knochen, die Gefäße sowie auf den Fettstoffwechsel. Überschüssige Fettpolster können so reduziert werden.

Nebenwirkungen können auftreten, wenn die Testosteronwerte zu hoch sind:

–       Fette Haut und Akneneigung

–       Hirsutismus (Vermehrung der Körperbehaarung der Frau an Oberlippe, Kinn, Innenseiten der Oberschenkel, Schambehaarung, Brust)

–       Tieferwerden der Stimme, Vergrößerung des Kehlkopfes

–       Umbau der Körperproportionen

–       Haarausfall bei ererbter verstärkter Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegen Testosteron

–       Schädigung der Herz und Herzrhythmusstörungen

–       Arteriosklerose und Verschlechterung der Cholesterinwerte

–       Thrombosegefahr und Gefahr von Schlaganfall

–       Veränderung der Schilddrüsenfunktion

–       Gefühlsschwankungen und Depressionen

Das Testosteron-Mangel-Syndrom

Padam (altersbedingtes Nachlassen der Testosteronproduktion der Hoden)

Die Karriere ist in Schwung, das Einkommen geregelt, das Ansehen gefestigt. Reifere Männer haben eigentlich keinen Grund zu klagen. Viele leiden jedoch unter Mangelerscheinungen an Körper, Psyche und im sexuellen Erleben. Ex­perten sind sich mittlerweile einig, dass eine altersabhängige Abnahme der Hormonproduktion hierfür verantwortlich ist. Nicht nur bei der Frau, auch beim Mann kommt es etwa mit dem 40. Lebensjahr zu einem Abfallen der Hormon­produktion.

Als Testosteron-Mangel-Syndrom bezeichnet man den kontinuierlich fallenden Hormonspiegel beim Mann mit den typischen Beschwerden. Die Produktion des wichtigsten männlichen Geschlechtshormons, Testosteron, steigt nach der Pubertät bis zum 25. bis 30. Lebensjahr kontinuierlich an und bleibt etwa bis zum 35. bis 40. Lebensjahr konstant. Doch mit zunehmendem Alter nimmt der Spiegel des wirksamen Testosterons jährlich durchschnittlich um 1,2 Prozent ab. Auch das Gleichgewicht zwischen den Hormonen verschiebt sich. Allerdings gibt es große individuelle Unterschiede. Rund ein Viertel der Männer haben auch im hohen Alter Testosteronwerte, die mit denen junger Männer mithalten können. Bei anderen sind die Werte dagegen kaum noch messbar. Ärzte wissen heute, dass diese Variabilität zu 30 Prozent genetische Ursachen hat. Andere Gründe für den aus dem Lot geratenen Hormonspiegel sind Alkohol, Medikamente, psychischer und körperlicher Stress sowie schwerwiegende Erkrankungen.

Symptome eines niedrigen Hormonspiegels

Die Symptome des Testosteron-Mangel-Syndroms beeinträchtigen Wohlbefinden und Selbstbewusstsein des älteren Mannes. Es kann zu Antriebslosigkeit und Rückgang der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit kommen. Auch Schlafstörungen, Hitzewallungen, vermehrtes nächtliches Schwitzen oder Herzrasen können in Folge des Hormonmangels auftreten. Darüber hinaus lassen Libido, sexuelle Aktivität, Erektionsstärke und -dauer nach. Die Muskelkraft nimmt ab und das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, steigt. Etwa bei jedem dritten Mann nach dem 55. Lebensjahr liegen die

Testosteron-Werte unter 12 Nanomol pro Liter im Blut. In diesen Fällen sprechen Ärzte von einem Hypogonadismus, einer Erkrankung, bei der die Testosteronproduktion der Hoden nicht mehr ausreichend ist.

Hormonsituation beim Mann ab 40

Was den Mann zum Mann macht, hängt vor allem von seinen Hormonspiegeln ab. Dabei spielt die zentrale Steuerung eine wichtige Rolle. Die Hormonzentrale im Zwischenhirn sendet Signale aus, die in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) die Hormon-Ausschüttung anregen. Eines dieser Hormone wirkt direkt auf die Hodenzwischenzellen, die so genannten Leydig’schen Zellen. Dort wird vor allem Testosteron produziert. Im Alter lässt sowohl die zentrale Steuerfunktion als auch die Hodenfunktion an sich nach. Hinzu kommt ein Anstieg des SHBG (Sexualhormon bindendes Globulin), welches das Testosteron in der Blutbahn an sich bindet. Da aber nur das freie, ungebundene Hormon biologisch wirksam ist, trägt auch dies zu einer Verknappung des biologisch wirksamen Testosterons bei.

Testosteronsubstitution gleicht Hormonmangel aus

Obwohl viele Männer schon ab dem 40. Lebensjahr mit Symptomen konfrontiert sind, die auf eine rückläufige Hormonbildung und ein gestörtes Gleichgewicht der Hormone zurückgehen, konsultieren die wenigsten einen Arzt, meistens aus Unwissenheit. Dabei kann ihnen mit einer gezielten Testosteronsubstitution ge­holfen werden. Zu den gesicherten positiven Effekten der Hormontherapie zählt die Verbesserung der psychischen und physischen Befindlichkeit. So ist unter der Testosterontherapie eine Zunahme der Muskelmasse um drei bis acht Pro­zent zu verzeichnen, Kraft und Leistungsfähigkeit nehmen zu. Knochenabbau wird nicht nur verhindert, sondern die Knochendichte steigt sogar. Depressive Verstimmungen treten seltener auf. Außerdem gilt als gesichert, dass Testosterongaben die Erythropoese, also die Blutbildung, stimulieren. Die damit einhergehende Steigerung des Sauerstofftransports trägt erheblich zu einer Verbesserung der allgemeinen körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit bei. Zusätzlich hat Testosteron einen positiven Einfluss auf Libido und Potenz sowie auf den Fettstoffwechsel.

Wann ist eine Testosteronsubstitution sinnvoll?

Eine gründliche Untersuchung beim Arzt kann Hinweise auf einen Testosteron-Mangel geben. Sicherheit bietet eine Blutuntersuchung. Wer unter einem Hor­mondefizit leidet, aber keine Beschwerden hat, braucht auch keine Therapie. Nur die Kombination aus klinischen Symptomen bei gleichzeitig deutlichem Ab­fall der Testosteron-Produktion (Testosteronwert unter 12 Nanomol pro Liter im Blut) rechtfertigt eine Hormontherapie. Ein Testosteron-Gel, das der Mann einfach und diskret täglich selbst auf die Schultern, Oberarme und/oder Bauch auftragen kann oder eine lang wirksame Testosteron-Spritze, die vom Arzt nur etwa alle zwölf Wochen verabreicht werden muss, können ein Testosteron Defizit gut verträglich ausgleichen.

Grenzen der Hormonsubstitution

Da sich die unkontrollierte Gabe von Testosteron nachhaltig auf die Prostata auswirken kann, sind Männer mit Prostatakrebs von einer Testosterongabe ausgeschlossen. Deshalb sollte vor der Therapie zum Ausschluss dieser Krebserkrankung eine rektale Abtastung und Ultraschalluntersuchung der Prostata sowie die Bestim­mung des PSA (prostataspezifisches Antigen) vorgenommen werden.

Sich um seine Gesundheit zu kümmern ist alles andere als „unmännlich“ – und welcher Mann möchte nicht seiner Frau jeden Wunsch von den Augen ablesen?

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