Weg mit dem Hageren und Straffen
    
Her mit dem Drallen und Saftigen.
Es gibt ein neues Gesicht unter uns – und zwar das eines Babys

Von Jonathan Van Meter (August 2008), Übersetzung Lisa Schute

Photoillustration by Nucleus Imaging

Vor nicht allzu langer Zeit hat eine Frau, die ich schon lange kenne, etwas mit Ihrem Gesicht gemacht, und noch Wochen später konnte ich nicht sagen, was es genau war. Hatte Sie sich die Augen machen lassen? Hyaluronsäure gespritzt? Botulinumtoxin? Dann dachte ich, „Oh mein Gott, sie hat ein Face-Lifting bekommen.“. Keiner meiner Freunde oder Altersgenossen ist bisher so weit gegangen. Es war jedoch nicht zu leugnen, dass sie etwas Großes gemacht hatte, und ehrlich gesagt war ich besorgt. Hatte Sie ihr hübsches Gesicht ruiniert? Als sich der Vorhang ihrer Haare Woche für Woche lichtete konnte ich sehen, dass ihre Lippen größer waren. Weder annähernd so groß wie die überquellenden überkochten-Hotdog-Lippen von Meg Ryan, noch so schnabeltierartig-groß wie bei Courtney Cox – aber groß genug um mir ein komisches Gefühl zu geben, wenn ich ihren Mund anschaute während sie redete. Schau nicht auf ihre Lippen!

Wie die Überfrauen gemacht wurden

  • Michelle Pfeiffers faltenfreier Brauenbogen
  • Madonna‘s dralle Bäckchen und große Augen
  • Angelina Jolie’s supergerade Nase und volle Lippen
  • Demi Moore’s winkelförmige Kieferpartie

Eines Tages, einen Monat später trafen wir uns auf einer Party und sie sah atemberaubend aus. Die Schwellungen waren weg, die Rötung unter der Haut verschwunden.
Sogar die Lippen sahen aus, als würden sie zum Gesicht gehören. Sie waren geformt wie ihre alten Lippen, aber saftiger… Ihr ganzes Gesicht sah aus als wäre es „herausgedrückt“ und aufgefüllt- ähnlich wie ein geringfügig müdes Daunen-Bett, das fast aussieht wie neu wenn man es aufschüttelt. Ich kann nicht sagen, dass sie genauso wie ihr alter Ich aussah- aber so nah dran! Eine herausragende Annäherung! Eine verblüffende Ähnlichkeit! Sie sah aus wie die beeindruckende Darstellung eines Künstlers von IHR.

Aber da gab es auch eine gewisse Ähnlichkeit zu jemand anderem. Sie sah ein bisschen aus wie…. Madonna? Ich weiß, komisch, vor allem weil Madonna und meine Freundin wenig gemeinsam haben, zumindest physisch nicht. Als ich ein paar Monate später die große Ciccone auf dem Vanity Fair Titelbild sah, kam ich nicht umhin die Gemeinsamkeiten zu erkennen: die Mount Rushmore Wangenknochen, die winkelförmige Kieferpartie, die geglättete Stirn, die knackige Haut, das herzförmige Gesicht.
Ihre Gesichter sahen nicht so straff gezogen aus wie beim typischen Facelift, sie sahen mehr aus wie herausgedrückt. Beim Betrachten von Madonna dachte ich an den britischen Ausdruck für das Aufmöbeln eines Sattels: wieder vollstopfen. Vielleicht kam ihr hier die Idee sich ein wenig überarbeiten zu lassen. Nach der Jagd, stieg Madge von ihrem verlässlichen Ross und dachte: Mein Sattel muss wieder vollgestopft werden. Und, bei George, mein Gesicht auch!

Frauen haben seit dem Beginn der plastischen Chirurgie Gebrauch gemacht von neuen Gesichtern, doch auf einmal schien es ein besseres neues Gesicht zu geben. Es ist ein Neues Neues Gesicht, sehr unterschiedlich vom alten, und meine Freundin, als auch Madonna haben es jetzt. Als ich begann darüber in diesen Kategorien zu denken, sagen wir das Gesicht als die neue Handtasche, sah ich auf einmal überall Neue Neue Gesichter: Demi Moore, Michelle Pfeiffer, Liz Hurley, Naomie Campbell, Stephanie Seymour. Sie haben es alle! Sogar die Olsen-Zwillinge scheinen eine Anfängerversion des Neuen Neuen Gesichts zu haben, mit ihren riesigen Puppenaugen und den Plüschlippen. Nur um klarzustellen, ich behaupte nicht, genau zu wissen was diese Frauen ihren Gesichtern zugefügt haben, wenn überhaupt. Es ist möglich (obwohl in manchen Fällen sprechen Vorher-Nachher-Fotos eine andere Sprache) das dieses Gesicht ganz natürlich vorkommt- schließlich sind diese Frauen berühmt dafür, schön zu sein. Der Punkt ist, es gibt bemerkbare ästhetische Veränderungen in dem Gesicht, und diese stimmen überein mit den Riesenschritten in plastischer Chirurgie und Dermatologie.

Dank einer unheiligen Verbindung von extremer Fitness und Kalorienbeschränkung (und vielleicht ein bisschen Fettabsaugung) fanden Frauen heraus wie sie ihren alternden Körper zähmen können wie noch nie zuvor. Man sieht sie überall in New York: Vierzig und Fünfzigjährige die besser aussehen als eine 25-Jährige im maßgeschneiderten Minikleid oder in einem Paar enger Jeans. Aber dieser neue Fitness-Level hat ein Problem geschaffen, dessen Lösung das Neue Neue Gesicht ist: Hagerkeit. Ab einem bestimmten Alter, um Catherine Deneuve zu zitieren, ist es entweder dein Hintern oder dein Gesicht. Mit anderen Worten: Wenn dein Körper erbittert ist (vom Yoga, Pilates oder dem Laufband), wird man im Gesicht auch kein Fett finden, und es ist ebenso erbittert. Es war nur eine Frage der Zeit bis ein gewisser Teil der weiblichen Population herausfand, wie man beides haben konnte, auch wenn das heißt sich jeden Tag 2 Stunden zu schinden, und dann jemanden zu bezahlen das Gesicht zu „voluminisieren“, wie man im Dermatologen-Jargon sagt. Wie einer meiner Freunde letztens bemerkte, gibt es eine ganze neue Klasse von Frauen die mit drahtigen kleinen Körpern herumlaufen und großen „Babygesichtern“. Und wenn sie auch nicht explizit jung aussehen, so doch attraktiv in einer gewissen Weise. Ein Yoga-Körper plus das Neue Neue Gesicht mag kein Jungbrunnen sein, aber zumindest ein Quell des unbestimmbaren Alters.

Was bringt uns dazu ein Gesicht schön zu finden?

The Old New Face
(Photo: (L-R) Baverel-Garcia/Starface/Retina; Evan Agostini/Getty Images; Rick Diamond/WireImage; Jeff Vespa/WireImage for PMK/HBH)

Psychologen und Anthropologen haben lange versucht festzumachen, was uns ein Gesicht schön erscheinen lässt und ein anderes nicht. Es gibt mathematische Theorien, das „goldene Verhältnis“ – das versucht über genaue Messungen der Linien und Dreiecke die ein schönes Gesicht formen die gleichen Proportionen zu definieren, die schon die alten Griechen als ästhetisch empfanden. Kürzlich hat sich ein Wissenschaftler namens Michael Cunningham der Aufgabe zugewandt 50 Gesichter von Frauen, von denen die Hälfte unter den Finalistinnen bei internationalen Schönheitswettbewerben war, zu untersuchen. In „Bemessungen des Physischen in physischer Attraktivität“ schreibt er, der Augenabstand der Augen sollte in einem schönen Gesicht genau 3/10 der Gesichtsbreite sein, und das Kinn sollte 1/5 der Länge des Gesichtes einnehmen, während die gesamte Fläche der Nase besser weniger als 5% der gesamten Gesichtsfläche sein sollte, oder… man ist hässlich!

Letzen Endes scheint die Wissenschaft der Schönheit auf ein paar generelle Attribute hinauszulaufen. Wir mögen eher große Augen, hohe Wangenknochen, eine kleine Nase, ein großes Lächeln und ein kleines Kinn. Was die wissenschaftliche Literatur verschweigt, ist dass wir alle so jung sein möchten wie nur möglich. Das war nicht schon immer der Fall. Das Gibson Girl, das Ideal der Frau im frühen 20. Jahrhundert, hatte laut Daniel Delis Hill in Advertising to the American Woman die Eigenschaften einer reifen und vollkommen geformten Frau: Schwere Lider betont mit langen Wimpern, feine hohe Augenbrauen, betonte Wangenknochen, und eine strengen Kinnpartie. In den Vierzigern und Fünfzigern waren die erfolgreichsten Models der Zeit – Dovima, Lisa Fonsagrives, Suzy Parker- elegant, hochmütig, aristokratisch, vor allem auf Fotos von Irving Penn oder Richard Avedon. Die Sechziger und Siebziger brachten eine Welle der Veränderungen die ein jüngeres Schönheitsideal kreierten, aber die Ästhetik war eher lässig als jugendlich. In den letzten Jahren, vielleicht mit dem Erfolg von Britney Spears, fiel das Alter des Ideals jäh ab. Nun sind sowohl Fashion- als auch Celebrity Magazine gefüllt mit Bildern von Teenagern- ob es nun osteuropäische Models sind oder gebräunte kalifornische Reality-Stars. Ihre Gesichter sind voll und straff und strotzen vor Jugend. So dünn wie ihre Körper sind, sie haben immer noch nicht den Babyspeck im Gesicht abgestreift. Das scheint es zu sein, wonach Frauen in ihren Vierzigern und Fünfzigern lechzen: Babyspeck.

Es ist unmöglich genau festzulegen wann oder wie eine neue Ästhetik geboren wird, aber es ist klar dass wir eines Tages besessen wurden vom Babyspeck der jugendlichen Mädchen. Die Welt der Dermatologie entwickelte mehr und bessere Wege zum Erreichen der Fülle der Jugend. Wir sind längst jenseits davon, einfach nur tierisches Kollagen in unsere Lippen zu spritzen. Heute gibt es eine glitzernde nanotechnische Welt der Hyaluronsäure und Kollagenfiller- Zyplast, Cosmoderm, Perlane, Juvéderm, Evolence, Sculptra – jede mit einer bestimmten „Kügelchengröße“ um jede Falte des Gesichts aufzufüllen. (Mikroskopisch kleine Partikel für die Falten um die Augen herum, größere Kaliber für Wangen oder die Nasolabialfalte). Mit diesem Werkzeug kann eine Frau ihr Gesicht dramatisch verändern, ohne in die Nähe eines Schönheitschirurgen zu gelangen. Und dann antwortet sie ohne Schuldgefühle auf die Frage einer Freundin bezüglich ihres Aussehens: „Schönheitschirurgie? Ich? Um Himmels Willen Nein!“

Die Zeit ist nicht freundlich zu einem Gesicht. In Dr. David Rosenberg´s Beratungsraum, einem Hightech Mini-Kino, bestückt mit einem großen Sessel, der aussieht wie ein Sitz aus der 1.Klasse, gehen wir durch eine Diashow mit Frauengesichtern auf einem Flachbildfernseher. „Hier ist eine andere“, sagt er während er den Bildschirm von seinem Laptop aus steuert. „Sie ist eine sehr attraktive Frau, 54 Jahre alt. Was sie entwickelt ist eine Senkung. Die Wangen haben die Kieferpartie eher quadratisch gemacht. Die oberen Lider hängen ein bisschen“ Senkung. Absinken. Dein Gesicht sinkt ab. Der Himmel könnte ebenso herunterkommen? “ Wir haben alle unsere schönen Tage, und manche sind hübscher als andere“ sagt Rosenberg. „Aber wir altern alle in der gleichen Weise. Unser Hals wird labbrig, und unsere Augen werden müde“.

Rosenberg ist ein fitter, kompakter, stylisher 41-Jähriger, mit einer süßen, fast femininen Art. Er hat 3 Kinder mit sein Frau, Jessica Lattmann, die auch Schönheitschirurgin ist. Und was wirklich lustig ist: Er hat eine Hakennase – er bräuchte eine neue Nase!

Alleine heute hat Rosenberg seit 12 Stunden 50 Leute in seinem Raum empfangen, ihnen Bilder gezeigt wie sie aussehen und wie sie aussehen könnten. Er ist Nutznießer einer Flüsterkampagne unter einer gewissen New York- Euro High Society-Fashion Szene für seine dezenten Gesicht-Liftings und seine begehrten Naseoperationen. (Er hat dreimal so viele Nasen operiert wie letztes Jahr.) Modemagazine haben über ihn geschrieben.
Als ich mich ein paar Tage nach unserer Begegnung zum Abendessen mit einer Freundin traf, die Herausgeberin eines der besagten Magazine ist, erzählte ich, dass ich an einer Reportage über plastische Chirurgie arbeite. Sie lehnte sich herüber, und flüsterte: „Du musst mit David Rosenberg sprechen.“ Dann gestand meine Freundin, die nächstes Jahr 60 Jahre alt wird, dass sie eine 4000 Dollar Einzahlung eingerichtet hat, und sich gegen Ende des Jahres unter Rosenbergs Messer legen wird für ein Lifting. Insgesamt wird es sie 30.000 Dollar kosten, inklusive der Erholung in einem schicken Hotel und einer privaten Krankenschwester, die sich um alle ihre Bedürfnisse kümmert.

Eine kurze Geschichte des Gesicht-Liftings

The New New Face
(Photo: (L-R) Lalo Yasky/WireImage; Ferdaus Shamim/WireImage; Jamie McCarthy/WireImage; Gareth Cattermole/Getty Images)

Für viele Frauen beginnt das Neue Neue Gesicht in ihren Dreißigern und Vierzigern mit ein bisschen Botulinumtoxin  hier, ein wenig Filler da. Um die Handtaschen-Metapher ein wenig auszudehnen, ist das die dermatologische Version der Mini-Birkin (Hermes Ikon). Eine Anfänger-Tasche. Aber echtes, ernsthaftes, ausgewachsenes Neues Neues Gesicht Business kann nicht – zumindest nicht im Alter meiner Freundin- erreicht werden alleine mit Botulinumtoxin und Fillern. Das hatte sie jahrelang gemacht, mit enttäuschenden Resultaten. Für Frauen in ihren Fünfzigern und Sechzigern fängt die Neue Neue Gesicht Konstruktion tief unter der Haut an.

Eine kurze Geschichte des Gesicht-Liftings ist an diesem Punkt nun notwendig. Ungefähr  im Jahre 1905 fanden Chirurgen heraus, dass sie einen Schnitt vor dem Ohr machen, ein bisschen Haut wegschneiden, und es zusammennähen können um ein Gesicht jünger erscheinen zu lassen. Dann wurde in des Zwanzigern die „Haut-Lappen Technik“ erfunden, eine Prozedur, bei der man die Haut abzieht wie ein Bettlaken, um dann mehr Haut wegschneiden zu können, was ein strafferes Ergebnis erzielt. 1976 entdeckte ein Chirurg die SMAS (oder das oberflächliche muskulär-aponeurotische System), eine Zellophan-dünne Schicht direkt unter der Haut, die ein Teil der Gesichtsmuskulatur ist. Wenn man die Haut geliftet  und die SMAS gestrafft hatte, erzielte man eine viel größere Korrektion der Kinnpartie. Bis zum heutigen Tag bleibt die SMAS-Operation das Arbeitstier der Gesicht-Liftings. Mitte der Achtziger Jahre begann ein Schwedischer Arzt unter die SMAS zu gehen, der Anfang eines Prozesses, der zu den tiefgehend straffen Gesicht-Liftings der frühen Neunziger führte.

Trotz der Arbeit der Chirurgen mit den tieferen Schichten des Gesichts, war die Ästhetik weiterhin eine oberflächliche Straffheit. „Als ich am Anfang meiner Ausbildung stand“ sagt Rosenberg „habe ich immer wieder den Satz gehört ‘Dieser Arzt macht den Hals richtig straff.‘ Und das war etwas Gutes. Das war das Zauberwort. Der straffste Hals da draußen!“ Die Operationen waren offensichtlich, und wurden in manchen Fällen sogar als Statussymbol gesehen. „Es ist wie eine große glänzende Rolex zu tragen.“ meint Rosenberg „‘Ich habe genug Geld dass es Dr. X getan hat‘ „  Aber straff  ist nicht mehr das Zauberwort. „ Achtzehn-Jährige sind nie straff. Was sie haben ist Form“ (Sie schon wieder: das-runde-und –weiche-und-auch-irgendwie-fein-gezeichnete Teenager-Mädchen!)

Ab einem bestimmten Alter, um Catherin Deneuve zu paraphrasieren, ist es entweder dein Gesicht oder dein Hintern- oder man verbringt 2 Stunden täglich im Fitnessstudio und bezahlt jemanden um das Gesicht zu „voluminisieren“.

Was die letzten zehn Jahre durchsickert, sagt Rosenberg, ist „die weitere Dissektion der tieferen Schichten“ für ein Gesichts-Lifting, das fast nur die Muskeln involviert. Rosenberg und Seinesgleichen gehen unter das Fett-Depot der Wangen und lösen es vom Platysma, einer Muskelschicht, welche die untere Gesichtspartie stützt. Dann verschieben sie es nach oben, und nähen es unter der Haut fest. „So fixiert man die Oberfläche-von unten“ erklärt Rosenberg. „Ich arbeite unter der Oberfläche, und das ganze Liebliche resultiert daraus. So ergibt sich eine feminine Qualität, es ist weich und sanft. Wenn es abheilt, sieht man keine Spannungen auf der äußeren Oberfläche.“

Rosenberg verändert auch sehr subtil die Form der Neuen Nase. „ Anders als beim Face-Lift, bei dem man wiederherstellt, was jemand einmal hatte, verändert man das Gesicht absolut mit einer neuen Nase, es wird komplett anders.“ sagt der Chirurg. Die Nase im Neuen Neuen Gesicht ist stark und architektonisch und gerade. Weder ausgestellt noch zugespitzt. Eher Griechisch als Römisch. Es ist auch die Art von Nasenoperation die man niemals erkennen würde ohne Vorher Nachher Bilder (Man beachte Angelina Jolies’s sehr leicht schmaleres Meisterstück) Was es definitiv nicht ist, ist die süße kleine Stupsnase die man überall sah in den Sechzigern und Siebzigern- und die sogar kürzlich in Ashlee Simpsons Gesicht auftauchte. Die „Diamant-Nase“, unter dem Namen bekannt vor dreißig Jahren, war benannt nach einem Dr. Howard Diamond aus Manhattan, der wahrscheinlich mehr Nasenoperationen gemacht hat als jemals ein anderer Chirurg. Als ich Rosenberg erzähle, dass ein berühmter Moderedakteur sagte, in der Szene rede man über die „Rosenberg-Nase“ ist er sichtlich berührt. „Awwww. Das ist verrückt.“ Er schaut für eine paar Sekunden weg, augenscheinlich verklärt. „Nasenoperationen sind so… schwer. Technisch so schwer zu bewältigen. Man muss sich mit der Heilung auf Veränderungen einstellen. Die Dinge setzten sich, es ist fast wie… wie… die  Herstellung eines Weins.“ Er grinst breit. „ Das ist das erste Mal, dass ich das höre. Sie wissen nicht wie aufregend das ist!“

Rosenberg hat nicht Angelina’s Nase gemacht, obwohl er es selbst dann nicht zugeben würde. Plastische Chirurgen sind sehr bedacht darauf, nicht über ihre bekannte Klientel zu sprechen, denn es ist das letzte Geheimnis, welches die Berühmtheiten zu wahren versuchen. Die Stars benötigen immer noch Termine außerhalb der Öffnungszeiten mit einem leeren Wartezimmer und einem speziellen Hintereingang bei Manhattan Eye and Ear Hospital, wo Rosenberg alle Operationen vornimmt. Aber es ist schwierig über die Veränderungen der Ästhetik der plastischen Chirurgie ohne, nun ja Beispiele zu sprechen, also stimmt er widerwillig zu, sein sehr trainiertes Auge auf die Gesichter von Meg Ryan und Demi Moore zu richten. Altes Neues Gesicht und Neues Neues Gesicht. „Meg denkt vielleicht, sie sei schön“ sagt er vorsichtig „aber was wir sehen macht den Eindruck aufgeblasener Lippen, und es sind zu viele Filler in ihrem Gesicht.“ Er pausiert. „Was ich bei Demi sehe ist eher eine Operation. Lassen Sie es mich so ausdrücken: Ich sehe den Erhalt der Form, den Erhalt der Gesichtsarchitektur. Der Winkel. Sehr hübsch.“ Er erwähnt Madonna ebenso bewundernd. „Man sieht die Architektur der Kinnpartie, die Architektur der Wangenknochen.“

„Sie hat ihr Gesicht nicht verloren“ sage ich. „Sie hat es erhalten“ erwidert Rosenberg.

The Diamond Nose (left); {Fig. 11} The Rosenberg Nose (right)
Illustrations by Jason Lee

Was Madonnas Pressesprecherin über Berühmtheiten und Plastische Chirurgie sagt:

Ich entschied mich eine Email an Liz Rosenberg zu schreiben, Madonnas Pressesprecherin seit Gedenken (und keine Verwandtschaft mit dem Doktor). Ich wollte sehen, ob sie mit mir zum Mittagessen gehen würde um über Stars und Plastische Chirurgie zu sprechen.
„Auf jeden Fall!“ antwortete sie “obwohl ich mir nicht erklären kann wieso Sie denken, jemand den ich repräsentiere hätte etwas mit seinem Gesicht gemacht. Haha. Einen Künstler, ausgenommen Joan Rivers oder Kathy Griffin, dazu zu bringen sich zu dem Thema zu äußern ist nicht einfach. Natürlich gibt es eins der großen Zitate dazu von meiner Freundin Cher, die in einem Interview gesagt hat ‚Wenn ich mir die Titten auf den Rücken machen lassen will, ist das meine Angelegenheit‘. Was immer Madonna gemacht haben mag- und ich weiß es wirklich nicht- sie sieht wirklich erstaunlich gut aus.“

Eine Woche später sitzen wir zu zweit an einem Fensterplatz im Modern im MoMA inmitten der seit Jahren extremsten Überflutung der Medien durch Madonna. Sie ist überall, inklusive auf der Titelseite der Post, porträtiert als MÄNNERFRESSERIN  (sie sieht ein bisschen aus wie eine Attentäterin) da sie versuchen soll Alex Rodriguez mit ihren verbotenen mittelalten Früchten zu verführen. Zeitgleich wird behandelt, dass ihr früher zugewandter schwuler Bruder, Christopher Ciccone, seine beiß-die-Hand-die-dich-nährt-Buch-Tour durchführt. Rosenberg, überschwänglich in schwarzen Caprihosen und einem fuchsiafarbenen ärmellosen Shirt, erzählt mir dass sie gerade bei Madonna war, während ihrer Hard Candy Tour Proben. „Sie war gerade am Seilspringen mit ein paar 18-Jährigen und war besser als alle zusammen. Ich kann kaum glauben wie fit sie ist.“ Sie macht eine kurze Pause bevor sie auf  die aktuellen Klatsch und Tratsch Geschichten eingeht. „Madonna könnte drauf scheißen. Der Unterschied zwischen dem was man in der Zeitung liest und der Wirklichkeit ist riesig. Es geht ihr sehr gut.“ Sie fängt sich wieder. Und dann legt sie los: “Guy Richie homophob? Es ist so dumm. Nein, Christopher, es bist nur du, den er nicht mochte. Es ist eine Ciccone Familien-Charaktereigenschaft: Man kann jegliches Verhalten begründen.“

Ich hatte sie gefragt mit mir essen zugehen bevor Madonnas  letzte Geschichten bei Zeitungen aufschlugen, weil ich mit jemandem reden wollte, der als Sprecher für Cher und Madonna wahrscheinlich die meisten Anrufe überhaupt zu plastischer Chirurgie abwehren muss. Rosenberg, die sich selber niemals operieren ließ und auch kein Botulinumtoxin benutzt („Ich lass dieses Scheißgift nicht in mein Gesicht“) ist nichtsdestotrotz sehr praxisorientiert was die kosmetischen Bedürfnisse ihrer Klienten angeht. „Verbessere das Produkt!“ ruft sie. „Ich weiß, sie sind Menschen mit einem schlagenden Herzen, aber diese Leute sind auch Konsumware. Das Produkt zu verbessern, um das Geschäft geht es.“ Trotzdem plaudert sie nicht über spezielle Fragen. „Ich weiß nicht. Ich habe niemals jemanden repräsentiert, der mit mir über plastische Chirurgie gesprochen hätte. Ich frage auch nicht danach. Ich möchte es nicht wissen! Wer es auch immer gemacht hat, ich bin dafür. Es ist super. Die Leute fragen mich andauernd nach Cher.“

Cher ist die Essenz des Amoklaufs der Schönheitschirurgie des Alten Neuen Gesichts: Zu straffe Haut, komische Lippen, die Ausmerzung einer interessanten Nase, all das addiert sich zu einer Frau, die wir quasi nicht mehr erkennen, als die Cher die wir in den 70ern lieben lernten. Es gibt andere, aktuellere Beispiele von Frauen, die sich selbst unkenntlich gemacht haben als die Stars die wir einmal kannten: Melanie Griffith, Faye Dunaway und Jennifer Grey fallen uns ein. Sie waren ein paar unglückliche evolutionäre Stufen auf der Entwicklung zum Neuen Neuen Gesicht- nicht zu verwechseln mit den Super-Freaks und den 50-Footern (heiß aus der Distanz, wie ein Kadaver mit Perücke aus der Nähe), die ganz unten sind am Ende des rutschigen Gefälle. „Einmal habe ich Jocelyn Wildenstein am Flughafen gesehen.“ erzählt Rosenberg. „ Das hier“- sie berührt die Haut unter den Augen- „sah aus wie eine Eislaufbahn. Ich habe so etwas noch nie vorher gesehen, die durchscheinendste Haut. Es war nicht menschlich, aber faszinierend, schaurig-schön. Sie hat bestimmt nur noch eine Hautschicht übrig. Diese Frauen sind schon jenseits von gut und böse, und sagen ‘Es ist mir egal ob ich menschlich aussehe oder nicht. Ich will einfach keine einzige verdammte Falte in meinem Gesicht!“

Instinktiv versteht Rosenberg zwei Dinge, über die Übereinstimmung herrscht unter vielen plastischen Chirurgen. Erstens: Leute, die mit einer erstaunlichen Knochenstruktur starten, sind diejenigen die besser aussehen mit plastischer Chirurgie. „Wie Sophia Loren“ sagt sie. „Wie alt ist sie? Einhundert? Verdammt nochmal fantastisch!“ Zweitens: „Du wirst nie natürlich aussehen wenn du einen Scheiß mit deinen Lippen machst.“ Das ist es natürlich, weshalb eine meiner Freundinnen letztens feststellte, dass Madonna anfängt ein bisschen wie Faye Dunaway auszusehen. Sie scheint irgendeinen Scheiß mit ihren Lippen gemacht zu haben.

The Jolie Nose
(Photo: (L-R) Philip Wong/Retna; Valery Hache/AFP/Getty Images)

Dr. Fredric Brandt wird in den Medien häufig als Madonnas Dermatologe beschrieben, obwohl dies weder Liz Rosenberg, noch Brandt selbst bestätigen. Eines Freitag Morgens treffe ich ihn in der 34. Straße. An der Wand vor seinem Büro hängt ein gigantisches, gerahmtes Foto des Modefotografen Steven Klein. Im Vordergrund liegt ein knackiger, gebräunter, nackter Mann am Pool, während von ihm unbemerkt Dr. Brandt, mit einer Riesennadel in der Hand im Hintergrund kauert und darauf wartet sich anzuschleichen und dem unwissenden heißen Typen eine Injektion zu verpassen. (und ihn vielleicht zu… lähmen! Bwah-ha-ha-ha-haaa!)

Brandt, der eindeutig genießt eine Clown-Version eines finsteren Dr. Evil-trifft-Exhibitionisten darzustellen, ist gekleidet wie Simon Le Bon im „Hungrig wie ein Wolf“-Videoclip: schwarze Fallschirmjacke, weißes T-Shirt mit großen silbernem Reißverschluss, glänzenden schwarzen Schuhen und engen schwarzen Hochwasserhosen. Sein Gesicht ist eine ebene, gefrorene Maske, die hervorspringt und ein sehr extremes Beispiel des Neuen Neuen Gesichts darstellt. Nicht eine Linie, Falte oder Variation in der Spannkraft. Aber es ist die Gesichtsform, die ich wiedererkenne. Es hat die gleiche umgedrehte Dreiecksform wie Madonna’s oder Naomi Campbell’s Gesicht. Als er mir erzählt das Promifriseur Garren Kunde bei ihm ist, und dass er den Modefotografen Steven Meisel kennt, verstehe ich dass er in einer bestimmten Szene von Leuten zu Hause ist, die alle miteinander verbunden sind. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass ein Patient Nr. X zwei Freunden von Brandt erzählt und das erzählen die wiederum zwei Freunden und jetzt haben viele von ihnen Variationen desselben Gesichts.

Er sagt: “Was wir feststellen, wenn wir altern, ist dass unsere Fettpölsterchen runterrutschen, die Wangen laufen runter, und wir verlieren Volumen in der oberen Gesichtspartie, und deshalb hängt die untere Gesichtspartie. Wir verlieren die sogenannte junge Konvexität des Gesichts. Und die Konvexität kommt aus der Fülle und den Rundungen des Gesichts. Und das zerbricht in die unebenen Flächen. Anstelle einer schönen ebenen Fläche erscheinen Berge und Krater.“ Er macht eine kurze Pause. „ Ach Gott, ich wünschte ich hätte meine Diashow hier.“ Dann zeigt er auf seine 29-Jährige Presse-Agentin, die still auf einem Stuhl an der Seite sitzt. Sie ist sehr hübsch. „Sie hat die Fülle, und sie hat diese wunderschönen, gleichmäßigen, ununterbrochenen Wangen. Und wenn Sie einen Blick auf mich werfen- denn ich gebe frei heraus zu dass ich diese ganzen Sachen auch selber mache, und dass ich mich selbst komplett behandelt habe- ich habe das Volumen an dieser Stelle wiederhergestellt“ Er berührt nun seine Wangen und die Partie unter den Augen. „Sie können sehen, auch wenn ich nicht ihr Alter bin“ (er ist fast 60) “habe ich die gleichen Kurven hier und in meinen Wangen. Ein Gesichts-Lifting ist gut zum Straffen, aber es behandelt nicht den Volumenverlust, und viele Leute verstehen das Konzept noch nicht.“

Als ich ihn frage, wie sehr die neue Ästhetik von seinen Vorstellungen von Schönheit diktiert wird, im Gegensatz zu Fortschritten in der Technologie, antwortet er, es sei eine Kombination. „Ich glaube immer mehr.“ sagt er lachend. (Bwa-ha-ha-ha-haaa!) „Viele Leute starten stufenweise und dann sehen sie am Ende das Licht.“

Es ist nicht leicht einen Termin bei der Großen Pat Wexley, Zauberin der Injektionen, Königin des Volumens, Mutter des Neuen Neuen Gesichts, zu bekommen. Eine meiner Szene-Freundinnen (in ihren späten Vierzigern und „verliebt in Restylane“) hatte mir erzählt Wexler‘s Wartezimmer sei „wie eine große Cocktailparty“, bei der „die Calvin Kleins und Caroline Herreras und Vera Wangs“ die ganze Zeit aufeinanderstoßen. Wexler, die ihre Praxis vor 22 Jahren aufgemacht hat, wird angerechnet eine Neues-Neues-Gesicht-Pionierin zu sein, denn sie sagte voraus, dass Voluminisieren die Zukunft sein würde: Das Gesicht aufspritzen und aufzufüllen mit Fett des eigenen Körpers, Kollagen oder synthetischen Fillern, anstelle die Haut über eine zusammenbrechende Infrastruktur zu spannen. „Das nenne ich das Beetlejuice-Phänomen.“ sagt sie als wir uns treffen. „ Man spannt und spannt, und der Kopf wird immer kleiner, und der Körper wird im Alter im größer, und so hat man am Ende einen kleinen Kopf auf diesem großen Körper. Aber wir wissen jetzt, dass man Volumen braucht um im Gesicht jung zu erscheinen. Volumen heißt, das das Gesicht heraus kommt. Und es geht immer um die Wangen und die Kieferpartie.“ Als ich ihr sage es scheint kontraproduktiv das Gesicht größer oder fetter zu machen, entgegnet sie „Ich weiß. Deshalb hat es auch keiner gemacht vor zwanzig Jahren.“ „Wie haben Sie es herausgefunden?“ frage ich. „Weil ich Fettabsaugungen gemacht habe, und ich schmeiße nicht gerne weg.“ Wexler selbst ist eine Erscheinung der cremeweißen Faltenfreiheit. Mit ihren superengen Jeans, Stiletos und ihren kerzengeraden, feuerroten Haaren sieht die 56-Jährige nicht einen Tag älter aus als Miley Cyrus. Sie kommt rüber als gedanken- und verständnisvoll, eine Eigenschaft die Vertrauen einflößt, dass sie aufpasst wenn sie abgesaugtes Fett aus der Pobacke ins Gesicht spritzt. Ihr Blick ist so dauerhaft, dass sie mich in eine Trance versetzt- obwohl ich daraus aufwache bevor sie mir „ein paar Filler um die Wange für ein bisschen Volumen, dass das ganze Gesicht ein bisschen anhebt und ein bisschen Botulinumtoxin um die Kinnpartie zu liften“ andrehen kann.

Die Unterschiede zwischen dem Alten Neuen Gesicht und dem Neuen Neuen Gesicht.

Es gibt Patienten von Wexler, die glauben, dass sie unmögliche so jung aussehen könnte ohne irgendeine Art von Operation gehabt zu haben. Manche spekulieren sogar, es könnte der legendäre, aber entschieden althergebrachte Dr. Daniel Baker gewesen sein. Jedoch sagt meine Freundin und Gesellschaftslöwin „ Pat macht Alles Andere…lasern, aufspritzen, füllen, raussaugen, aber um Himmels Willen nicht schneiden.“

Wexler ist eine beinharte Gläubigerin der Kraft der Injektionen. „Wenn man eingefallen ist und leere Augen hat, weil man seit drei Jahren keinen Keks gegessen hat, sieht man schlecht aus. Man braucht etwas dieser jugendlichen Fülle um jung auszusehen.“ sagt sie. Dank der Erkenntnis, dass viele Frauen zu weit gegangen sind mit ihren dicken Lippen und gelähmten Augenbrauen, predigt sie Mäßigung. Als ich einen Witz mache, dass Botulinumtoxin einen Markt hervorgebracht hat für Kinderbücher, die Wieso sieht Mama komisch aus? heißen, lacht sie. „Babys lernen Gesichtsausdrücke von ihren Müttern, und wenn all diese Frauen geBotulinumtoxint sind, frage ich mich, ob wir bald eine Generation von Kleinkindern mit sehr wenig Ausdruck erleben werden. Man muss unbedingt fähig zum Ausdruck sein. Ich glaube nicht daran, Gesichter einzufrieren.“ Sie sieht sich selbst als Vorbild “ Ich habe Ausdruck. Ich habe keine riesigen aufgeblasenen Lippen. Wenn ich die Lippen spitze, sieht man sogar feine Falten.“ Sie schürzt die Lippen und fordert mich auf näher zu kommen und genau zu schauen. Und wirklich, ich kann feine Falten sehen, die von ihrem Mund ausstrahlen. „Ich sollte mehr machen, aber ich habe keine Zeit, weil ich den ganzen Tag beschäftigt bin alle anderen aufzuplustern und aufzufüllen. Aber je mehr ich andere bearbeite, umso mehr begrüße ich meine eigene Natürlichkeit“ Ich starre sie für eine Sekunde an. Natürlich ist nicht ganz das Wort, das einem bei ihrem Anblick einfällt. „Ich liebe mein Botulinumtoxin“, fährt sie fort. „Ich habe seit 18 Jahren Botulinumtoxin benutzt, aber ich übertreibe es nicht. Ich nutze geringe Dosen des Botulinumtoxin, weil ich keine tiefen Falten haben möchte.“ Sie zwinkert. Ihre Mundwinkel ziehen sich geringfügig nach oben. „Ich kann lächeln“ sagt sie.

Wexler denkt ebenso, dass der Wahn der übermäßig aufgeblasenen Lippen vorbei ist. Angelina mag gesegnet sein mit einem perfekten Kussmund, aber es ist geradezu unmöglich ihn  nochmal zu erschaffen und dabei natürlich erscheinen zu lassen. „Nicht jeder ist bestimmt volle Lippen zu haben.“ sagt Wexler. „Man kann nicht ein Bild einer Lippe zu einem Doktor bringen und sagen ’Diese Lippen möchte ich.‘ und doch tun es Frauen andauernd.“ Sie lobt das Model Coco Rocha dafür, den Schmallippigen unter uns zu helfen ihr biologisch determiniertes Schicksal zu akzeptieren. „Gott segne Coco! Schmale Lippen sind total in gerade. Es ist sehr akzeptiert. Es gibt sehr berühmte Models und Schauspielerinnen, die komplett zufrieden sind mit ihren dünnen Lippen.“

Als ich Wexler, die viele Gesichter kommen und gehen sah, zu den Unterschieden zwischen dem Alten Neuen Gesicht und dem Neuen Neuen Gesicht frage, antwortet sie sofort: Ivana Trump. „Als sie ein total neues Gesicht in den frühen Neunzigern bekam- eine neue Kinnpartie, einen neuen Brauenbogen- das war eine neues Gesicht. Sie altert nun als eine komplett andere Person. Die neue Version des Neuen Gesichts ist, dass es nicht neu aussehen soll. Es soll wie man selber aussehen. Es soll aussehen wie das alte Ich.“ Wexler, die in MST (Movie Star Time- Filmstar-Zeit) denkt, sagt ihre Klienten wollen so aussehen wie vor vier Filmen, oder ungefähr acht Jahre in RPT (Real People Time – Echte Leute Zeit).

Es ist eine angenehme Idee und schön zu sagen: Das Neue Neue Gesicht ist wirklich dein Altes Gesicht! „Es wird angenommen, dass Schönheit vererbt wird“ erklärt Wexler. „Grace Kelly oder Audrey Hepburn? Das war Gott-gegeben. Es gibt keine schönheitsoperierte Schönheit. Das wäre Betrug. Wir denken an Pamela Andersons und Anna Nicoles, aber sie sind trivialisiert, vorgetäuscht. Sie sind Fake-Schönheiten, keine echten Schönheiten. Wenn Leute über den heutigen Standard von echter Schönheit nachdenken, dann denken sie an Angelina Jolie. Und das ist ein hoher Standard, der schwer zu erreichen ist.“

Irgendwie erscheint die Idee des Aufrechterhalten, Konservieren und Wiederherstellen weniger als Betrug. Das Neue Neue Gesicht verspricht etwas wiederzuerlangen, was verloren wurde. Aber tut es das wirklich? Sogar die erfolgreichsten und schönsten Resultate sind etwas ganz anderes als die Erscheinung der Frau als sie 30 Jahre alt war. Demi Moore, der Goldstandard der guten plastischen Chirurgie sieht überhaupt nicht so aus wie damals, als sie Ghost gedreht hat. Das Neue Neue Gesicht ist eine fantastische Annäherung! Eine unheimliche Ähnlichkeit. Es ist im besten Falle eine gute Kopie von jugendlicher Schönheit, nicht jugendliche Schönheit selbst.

3378 Jahre des „it“ Gesichts